Automatisierung & KI-Arbeitsbegleiter
Recherche- & Monitoring-Agent
Manche Informationen müsste man regelmäßig prüfen: was Wettbewerber ändern, was in Bewertungen steht, welche Ausschreibungen erscheinen, welche Förderung ausläuft. Müsste. In der Praxis schaut niemand nach – bis es jemand anderes zuerst wusste.
Recherche- & Monitoring-Agent
01Intro
Ein Monitoring-Agent übernimmt das Nachschauen: Er prüft definierte Quellen in festem Rhythmus, vergleicht mit dem letzten Stand und verdichtet, was sich geändert hat, zu einem kurzen Report – einmal pro Woche in deinem Postfach statt zwanzig offener Tabs. Was beobachtet wird, bestimmst du: Wettbewerber-Websites, Bewertungsportale, Branchenquellen, Ausschreibungs- und Vergabeplattformen. Als Projekt- und Auftrags-Scout gedacht, wird daraus ein stiller Mitarbeiter, der montags sagt: Diese zwei Chancen sind neu, die solltest du dir ansehen.
Ehrlich vorweg: Das ist keine perfekte Marktbeobachtung – was Quellen nicht hergeben (rechtlich oder technisch), kann auch der Agent nicht sehen, und Quellenrecht wird vor dem Einrichten geprüft. Die Ergebnisse brauchen menschliche Einordnung: Der Agent sammelt und verdichtet, bewerten musst du. Deshalb ist dieser Baustein meist die Vertiefung nach den ersten Projekten, nicht der Einstieg.
02Demo
Der Auftrags-Scout einer fiktiven Zimmerei beobachtet Vergabeportale, zwei Wettbewerber und die eigenen Bewertungen. Drück Play – eine Woche in einer halben Minute.
2 neue Chancen: Vergabe Sporthalle Dachstuhl (Frist 28.07.) · Anfrage-Welle nach Sturm im Landkreis – Kapazität prüfen.
Wettbewerb: Holzbau Maier wirbt jetzt aktiv mit „Aufstockung in 4 Wochen“ – überschneidet sich mit eurem Kernangebot.
Reputation: neue 2-Sterne-Bewertung (Terminverzug) – Antwortentwurf liegt bei. Übrige 4 Bewertungen der Woche: positiv.
Kein Handlungsbedarf: Förderprogramm Holzbau unverändert · Materialpreise stabil · Website-Check der Wettbewerber ohne weitere Auffälligkeiten.
Aus 23 beobachteten Ereignissen wurden 4 Zeilen – davon 2, die Geld bedeuten können. Das Bewerten bleibt beim Menschen: Ob sich die Sporthallen-Vergabe lohnt, weiß nur der Betrieb.
Der Workflow dahinter: Ein Zeitplan weckt den Agenten, der liest die Quellen, vergleicht mit dem letzten Stand und sortiert nach Relevanz. Nur was zählt, landet verdichtet im Report – der Rest geht still in die Ablage. Bewertet wird am Ende von dir.
Der Takt kommt vom Zeitplan (täglich, wöchentlich), nicht von deiner Aufmerksamkeit – genau deshalb funktioniert es.
03Ablauf
- 01
Fragestellung schärfen
Was willst du wirklich wissen – und was würdest du mit der Antwort tun? „Alles über den Markt“ ist keine Fragestellung. „Welche Vergaben über 50 T€ erscheinen in unserem Umkreis“ schon.
- 02
Quellen festlegen und prüfen
Welche Websites, Portale und Feeds geben die Antwort her – und dürfen sie automatisiert gelesen werden? Was nicht sauber zugänglich ist, fliegt raus oder wird manuell eingespeist.
- 03
Rhythmus und Format bestimmen
Täglich, wöchentlich, monatlich – und wohin: Mail, Slack, Notion? Der beste Report ist der, den du tatsächlich liest. Kurz schlägt vollständig.
- 04
Agent aufsetzen und kalibrieren
Die ersten Reports sind zu laut oder zu leise – das ist normal. Relevanzfilter und Schwellen werden nachjustiert, bis das Signal-Rausch-Verhältnis stimmt.
- 05
In den Alltag einbauen
Der Report bekommt einen festen Platz: Montagsrunde, Wochenplanung, Akquise-Block. Ein Monitoring, auf das niemand reagiert, wird abgeschaltet – auch das ist ein Ergebnis.
04Ausbaustufen
Der Wert zeigt sich vor jeder Infrastruktur – Stufe 1 ist bewusst ein Handgriff.
Einstieg: der Report auf Knopfdruck
Ein eingerichteter Recherche-Workflow, den du manuell anstößt – etwa freitags per Klick. Zeigt den Wert, bevor Technik entsteht.
Ausbau: der geplante Agent
Feste Quellen, fester Rhythmus, automatischer Mail- oder Slack-Report mit Vergleich zum letzten Stand.
Vollausbau: Verlauf und Alarme
Dashboard mit Historie, Trends über Monate, Sofort-Alerts bei definierten Ereignissen – wenn das Monitoring den Alltag trägt.
05Technische Umsetzung
- Quellenzugriff je nach Lage: RSS/Feeds und APIs zuerst, Website-Crawling wo erlaubt, manuelle Uploads für den Rest.
- Ein Scheduler stößt die Läufe an: Cron, n8n, Make oder ein kleiner eigener Worker.
- Das Sprachmodell verdichtet: Was ist neu, was hat sich geändert, was ist relevant – mit Vergleich zum letzten Stand statt Rohdaten-Flut.
- Ausgabe dorthin, wo du liest: E-Mail-Report, Slack/Teams, Notion/Obsidian oder ein schlichtes Dashboard.
- Eine kleine Datenhaltung merkt sich Verlauf, Quellen und Reports – daraus entstehen später Trends.
- Hosting: Worker auf Vercel/Render/Hetzner oder eine Automationsplattform – bewusst leichtgewichtig.
zur einordnung · Diese Punkte zeigen, wie so etwas typischerweise gebaut wird – nicht, wie es bei dir gebaut werden muss. Was wirklich passt, entscheidet sich im Projekt: an deinem Bestand, deinem Team und dem, was sich danach gut pflegen lässt.